Laugavegur: Die Tages-Etappen

Sep 20, 2012 Kommentare deaktiviert

Tag 1: Landmannalaugar – Hrafntinnusker
Der Ausgangspunkt des Laugavegurs ist Landmannalaugar. Dort finden Touristen die erste und auch letzte Möglichkeit, in einem geothermal erwärmten Bach zu baden. Ringsherum ist die Landschaft von bunten Rhyolith-Bergen geprägt, durch die sich ein riesengroßes Lavafeld zieht. Der Laugavegur beginnt entlang des Lavafeldes und geht in einen kilometerlangen Aufstieg über. Oben angekommen, wird der Wander mit allen fantastischen Ausprägungen eines Geothermalgebiets belohnt. Aus einigen Felsen sprudelt das Wasser, der Boden hat unwirkliche Farben und der Geruch von Schwefel will kaum vergehen. Die Hütte Hrafntinnusker liegt über 1000 Meter hoch und ist das Ziel der ersten, 12 Kilometer langen Tages-Etappe.

Tag 2: Hrafntinnusker – Alftavatn

Eigentlich hat man in Hrafntinnusker das Gefühl, man blickt hinab auf eine lange Ebene, die es am zweiten Tag zu überqueren gilt. Doch weit gefehlt! Die Ebene ist immer wieder von kleinen, steilen Tälern durchzogen, die einem am Anfang der 12 Kilometer Etappe bereits sehr viel Kraft kosten. Nach einem kurzen Aufstieg auf über 1200 Meter liegt die Rhyolith-Landschaft bereits hinter einem und man betritt neues Terrain: Vulkanlandschaft mit vereinzelten grünen Bergen und Gletschern. Das Ziel der zweiten Tages-Etappe ist ein großer See, der Alftavatn. Dieser ist umgeben von hohen Bergen und sattem Grün.

Tag 3: Alftavatn – Emstrur

An Tag 3 der Reise über den Laugavegur setzt sich das schöne Grün erst einmal fort. Der Weg verläuft ohne großartige Höhenunterschiede über Wiesen, vorbei an Flüssen und vereinzelten Hütten. Hier kreuzt man auch zum ersten mal wieder einzelne Hochlandstraße. Ein seltenes Zeichen von Zivilisation. Dahinter zieht sich eine schier endlose Wüste aus Vulkanasche dahin. Nur schroffe, grüne Felsen unterbrechen des schwarze Öd. Die Hütte Emstrur hingegen ist wieder in einer kleinen grünen Oase an einem Fluss gelegen und bietet viel Platz für alle Wanderer, die die 15 Kilometer Tages-Etappe absolviert haben. Von dort aus ist ein Abstecher zum nahegelegenen, spektakulär anmutenden Canyon sehr zu empfehlen.

Tag 4: Emstrur – Thorsmörk

Auch an Tag 4 ist die Strecke erneut 15 Kilometer lang und verfügt kaum über nennenswerte Höhenunterschiede. Beginnt sie entlang schroffer Schluchten und Felsen und führt sie über verschiedene reisende Flüsse, so ist es am Ende ein Wald, der den Wanderer erwartet. Thorsmörk, der Wald des Thors, ist der komplette Kontrast zu den Eindrücken der Vortage. Grün, warm und irgendwie einfach anders. Darüber thronen die beiden Gletscher Myrdalsjökull  und Eyjafjallajökull und geben ein perfektes Gegenstück zum Wald ab. Nach einem kurzen Abstieg hinter zum Fluss Krossa ist das Ziel des Laugavegur bereits erreicht und die insgesamt 55 Kilometer sind geschafft.

Die perfekte Zugabe: Aufstieg zum Eyjafjallajökull

Bereits entlang des Laugavegurs eröffnet sich ein fantastischer Blick auf den Eyjafjallajökull, den Vulkan, der vor über 2 Jahren ganz Europa mit seiner Aschewolke auf Trab gehalten hat. Ist man einmal in Thorsmörk angekommen, bietet sich von dort eine gute Gelegenheit, den Fimmvördurhals, jenen Rücken, der den Eyjafjallajökull mit dem Myrdalsjökull verbindet, zu besteigen. Der Aufstieg ist nicht so ganz ohne – 800 Höhenmeter müssen auf einer relativ kurzen Strecke erklommen und einige Kletterpartien überwunden werden. Oben angekommen, ist man dann dem Krater ganz nah und der Wanderweg führt über das neu entstandene Lava-Feld.

Das Faszinierende: Die Lava von Ausbruch 2009 ist immer noch warm und so bietet sich dem Wanderer ein spektakuläres Schauspiel aus dampfenden Lava-Formationen, Schneefeldern und schroffen Felsen ringsum. Vom höchsten Punkt des Wanderwegs geht es anschließend 1000 Höhenmeter hinab bis nach Skogar an der Ringstraße Islands. Nach einer Wandertour von 9 bis 12 Stunden holt einen dort die Zivilisation wieder ein und die Reise durch das Hochland Islands liegt hinter einem.

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